Dubliner Liffey (Foto von Thomas Stromberg Lizenz)
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Samstag, 6. Oktober 2007

Lebenszeichen

Bitte entschuldigt, dass ich mich erst jetzt melde. Hier gibt es viel Neues, viel Lauferei, deshalb bin ich abend meistens ziemlich geschafft. Fangen wir aber von vorne an:
Mit einer halben Stunde Verspätung startete ich von Baden Airpark. Trotzdem war ich pünktlich um halb zwölf in Dublin. Nachdem ich mein Gepäck geschnappt hatte, ging es durch einen langen Gang durch den Dubliner Flughafen, vorbei an viel viel Werbung für vodafone. Der Flughafen wird zur Zeit massiv umgebaut.
Draußen fragte ich den nächstbesten Busfahrer nach einem Aircoach zum Trinity College. Beim Einsteigen in den Aircoach kaufte ich ein Ticket: für 14 Euro. Die hinter mir sitzenden Fahrgäste machten mich dann sehr schnell darauf aufmerksam, dass ich doppelt bezahlt hatte. Zum Glück wartete der Busfahrer noch ein paar Minuten, so dass ich aussteigen und meine sieben zu viel bezahlten Euro noch wiederbekommen konnte. Um Mitternacht reite sich der Bus in den sich stauenden Verkehr des Flughafens ein. Im Hinterkopf, dass ich 15 Minuten Fußweg zur Straßenbahn brauchte und die letzte bereits um halb eins abfährt, sah ich mich bereits den Weg mit den Koffern zu Fuß zurücklegen. Im Bus wurde dann auch sehr freundlich von einer Bandansage darauf hingewiesen, dass wir jetzt etwa eine halbe Stunde unterwegs sein würden.
Am Trinity College angelangt lud der freundliche Busfahrer meinen Koffer aus und zeigte mir den Weg zur Bahn. Durch die berühmte Einkaufsstraße Grafton Street eilte ich der Haltestelle für die Bahn entgegen. Dies ging nur indem ich im wilden Slalom den herumschwankenden Betrunkenen auswich, die in großer Zahl das Wochenende einläuteten.
Sandyford in 8 min. Glück gehabt! Während ich auf die Bahn wartete war mir jedoch etwas mulmig. Die betrunkenen Jugendlichen und anderen Schnapsleichen flößten mir kein Vertrauen in diese Gegend ein. Mitten im Stadtzentrum. In der Bahn waren dann mit neongelben und -orangen Warnwesten ausgerüstete Kontrolleure, die jedoch nur einen einzigen Schwarzfahrer erwischten, und mir ein Gefühl von Sicherheit zurückgaben.In Milltown ausgestiegen, kam ich nach weiteren 15 Minuten Fußweg am Haupttor des Wohnheims an. Vom Sicherheitsdienst reingelassen, bekam ich an der Rezeption meine Schlüssel. Außerdem begleitete mich der Wachmann noch bis zu meiner Zimmertür und erklärte mir, ich bräuchte keine Angst zu haben, da Big Brother is watching you (überall Kameras auf dem Weg installiert seien).
Um halb 2 (halb 3 in Deutschland) viel ich erschöpft ins Bett.

Fortsetzung Zimmerbeschreibung folgt morgen.

Donnerstag, 27. September 2007

Alles auf Anfang

Hallo,
Da ich sehr freundlich dazu aufgefordert wurde, doch einen Blog zu schreiben, werde ich das hiermit erfüllen :)
Leider fiel es bei mir bisher bei ähnlichen Projekten sehr schwer, diese regelmäßig durchzuhalten, aber ich werde es trotzdem versuchen.
Im Laufe der Zeit werde ich vielleicht auch ein bisschen was über meinen langen und mühseligen Weg erzählen, bis es wirklich geklappt hat.
Aber: Vor ca. einem Jahr habe ich mir ernsthaft darüber Gedanken gemacht, ob ich nicht mal ein Semester nach Irland möchte - und heute ist es wirklich wahr geworden! Für mich ist das fast ein kleines Wunder, ich hätte das nie gedacht!
Morgen geht es los, gegen 22 Uhr geht mein Flug von Baden-Baden nach Dublin. Hinflug nur 1 h, Rückflug dafür 3h ;)
Leider fährt der letzte reguläre Bus zum City Center kurz nach der Ankunft, den werde ich daher nicht mehr schaffen. Die Internetseiten erzählen von ganz vielen ein wenig teureren Busshuttles, geben aber keine Infos bis wann die fahren...
Also mal schauen, zur Not muss es eben ein Taxi sein...
Vom City Center fährt bis 0:30 anscheinend noch eine Bahn zum Wohnheim, hab mir das auf dem Stadtplan mal angeschaut, ich hoffe dass ich die erreiche.
Das Wohnheim hat einen 24h-Eincheck-Service, was mir natürlich sehr gelegen kommt :)
Samstag und Sonntag hat das Wohnheim "Orientierungswoche(nende)", hauptsächlich ziehen (18-jährige) Erstsemester ein, die dann auch nur ein Jahr bleiben dürfen.
Montag bis Freitag ist dann die "Fresher's Week", bei der man sich an der Uni registriert, alles gezeigt bekommt und alle societies (Hochschulgruppen) sich vorstellen.
Ich habe vorgeschriebene Zeiten für Bibliotheksführung, Erasmus-Willkommensdrink mit einem schrägen Deutschen Professor, Führung im für Studenten kostenlosen, superneuen High-Tech-Fitnesstudio und für die Registrierung. Letztere ist am Mittwoch, dass heißt leider auch dass ich erst dann ein College-Passwort bekomme und in meinem Wohnheim ins Internet kann. Also erwartet kein Lebenszeichen bis dahin ;)
Die Fresher's und die älteren Semester nutzen die Woche hauptsächlich dazu kostenlose Getränke und Essen bei den societies abzustauben. Der Mitgliedsbeitrag ist meist nur ein paar Euro für das ganze Jahr, die man schon schnell wieder raus hat. Ich glaube die finanzieren sich hauptsächlich durch Sponsoren, anders kann ich mir das nicht erklären...
Ich werde natürlich noch mehr von den Saufgelagen berichten!
Im Moment packe ich noch die letzten Sachen und bald gehts zur Waage - die Stunde der Wahrheit! Nur 15 Kilo sind erlaubt, 10 Kilo packe ich noch in eine maximal große (laut Ryanair-Beschränkung für Handgepäck) Tennistasche ;)
Zum Glück kommt Jan am Donnerstag schon geflogen und bringt einen weiteren Koffer mit.
Das Wohnheim ist weder mit Bettdecken etc. noch mit Geschirr, Fernseher, Wasserkocher, Besteck... ausgestattet.
Das wird noch ein richtiges Abenteuer all diese Sachen herbeizuschaffen.
Ich bin gespannt/ängstlich/geschafft... irgendwie alles zusammen.
Auf bald!
Franzi