Am Samstag morgen begab ich mich zur Rezeption, da mir der Wachmann mitgeteilt hatte, dass ich mich dort melden müsse und weitere Informationen bekäme. Die einzige Information die ich bekam, war, dass ich um halb elf ein Treffen mit meinen Assistant Warden hätte.
Also lief ich noch einmal zurück in unsere Küche und lernte die ersten meiner Mitbewohnerinnen kennen. Die meisten sind 17 oder 18 Jahre alt, Iren und Studienanfänger. Da sie das erste Mal von zuhause weg sind ist für sie noch alles neu und aufregend. Da wir alle zusammen zu dem Treffen gingen, kamen wir zu spät (wir mussten auf zwei Französinnen warten).
Meine Assitant Warden ist eine sehr quirlige junge wissenschaftliche Mitarbeiterin und legt viel Wert darauf, dass wir uns wohl fühlen. Sie bestand fast penetrant darauf, dass sollten wir uns einmal nicht wohl fühlen, wir dagegen dringend etwas unternehmen sollten. Sie forderte uns dazu auf uns gemeinsam zu treffen und einen Küchenplan auszuarbeiten. Sie kündigte an uns zu besuchen. Die Dusche und die Toilette werden von einer Putzfrau gereinigt. Die Studenten in den moderneren Zimmern haben ein eigenes Bad, müssen dies jedoch selber sauber halten. Der nächste Punkt auf der Tagesordnung sollte eine Führung durch den Stadtteil und zum College sein.
Vorher wollten einige Mitbewohnerinnen zum einkaufen. Ich schloss mich ihnen an, da ich weder wusste wo der nächste Supermarkt ist, noch Essen hatte. Wie das mit Großgruppen so ist, verzögerte sich der Aufenthalt im Supermarkt dramatisch, so dass wir die Führung verpassten.
Das war jedoch nicht schlimm, da wir uns einfach der nächsten Führung für die anderen Häuser eine Stunde später anschlossen.
Die Führung bestand aus dem 50 Minuten langen Fußweg zum College. Während dem eine Stundentin die lange Reihe der Teilnehmer wieder und wieder entlang rannte, um jedem einzeln zu erklären, wo man sich gerade befand. Nach einer kurzen Runde über den Campus wurden wir uns dann selbst überlassen.

Der Rest des Wochenendes bestand aus fragwürdigen Parties (Ampelparty und Togaparty) mit massivem Vorglühen und Freigetränken im Wohnheim, "lustigen Aktionen" wie Hüpfburg und Zuckerwatte. Da ich keine Lust hatte, mir nur mit einem Betttuch um die Hüften den Arsch abzufrieren, oder mit einer Horde betrunkener Teenager den Weg nachhause zu suchen, blieb ich zuhause und gönnte meinen müden Füßen eine Ruhepause. Irgendwie fiel mir das lange Partymachen in meiner O-Phase auch leichter...
Noch zu erwähnen ist das Treffen der internationalen Studenten am Sonntag morgen, bei dem hauptsächlich über irische Gewohnheiten und Bürokratie geredet wurde.
1 Kommentar:
Hola Senorita,
Erstmal ein dickes Lob fuer deine so schoen zu lesenden Eintraege!
Ich musste ja schmuzeln, als ich das mit dem "Fuehrung verpasst" las. Kann mir soooo vorstellen wie das war*g* Franzi beochbachtet mit Blick auf die Uhr und gerunzelter Stirn, wie die Huehner gackern und troedeln. Erinnert mich soo an die Language and Leasure Zeit ;-)
Ich hoffe, du findest zwischen den ganzen aufgeregten Teenagern (mein Gott, zum Glueck bin ich ja schon soooo lange keiner mehr*g*) und den seltsamen Parties (aeh...Toga???) auch ein paar interessante Gespraechspartner...das heisst, ich bin mir sicher, dass du welche findest!
Also starte gut in die Woche und halte uns auf dem Laufenden!!
Hab dich lieb,
Katharina
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